Was ist wirksame Bewegung im sitzenden Alltag?

Aktualisiert: März 4

Wie schnell vergeht ein sitzender Vormittag im Homeoffice oder in der Schule. Wir Kopfarbeiter vertiefen uns in eine Arbeit, vergessen die Zeit. Mittagessen! Sitzend natürlich. Die Schüler haben da einen Vorteil, zwar denken sie auch viel, im besten Fall aber immer wieder aufgelockert durch eine grosse Pause und Kurzpausen zwischen den Lektionen.


Sich und sein Bewegungsverhalten etwas im Auge zu halten, dazu die Schritte zählen* lassen, das ist eine ganz gute Idee. So lässt sich die Alltagsbewegung messen und an einem bewegungsfaulen Tag vielleicht nach dem Abendessen ein paar bewusste Schritte einstreuen. Mit Training hat dies nichts zu tun, dennoch scheinen diese in die körperliche Inaktivität eines typischen Bürotages eingebauten Bewegungen auf unser Wohlbefinden und unseren Stoffwechsel positive Auswirkungen zu haben.

Nun untersucht eine weitere interessante Studie die Effekte dieser Bewegungen auf gewisse Stoffwechsel-Parameter. Sie wählt dazu folgendes Bewegungsmuster: Innerhalb eines sitzenden Arbeitstages von 8h werden jede Stunde maximale Sprints auf dem Velo mit einer Dauer von je 4s durchgeführt, vorstellbar wäre hier auch ein Laufband oder ein Rudergerät. Total über den Tag verteilt ergibt sich eine kumulierte Sprintdauer von nur 160s (4s x 5 x 8). Das Resultat: Gewisse Blutwerte (Triglyceride) verbesserten sich signifikant, auch die Fettoxidation war am nächsten Tag erhöht. Top!


Nutzen und konkrete Anwendung im Alltag

Nur 160s intensive Bewegung führt zu den erwähnten Verbesserungen, das ist erstaunlich! Dieses Bewegungsmuster dürfte im Alltag zwar kaum praktikabel sein. Doch zeigt sich einmal mehr klar der positive Impuls, welcher Bewegung unserem Körper vermittelt. Und es muss nicht immer "Sport" oder Training sein, um dem Körper und Geist etwas Gutes zu tun, denn manchmal lässt der dichte Bürotag einfach keine volle Trainingseinheit zu...


Übersetzt auf einen Büroalltag bekräftigen die Erkenntnisse bekannte Massnahmen, beispielsweise:

- nicht lange am Stück statisch sitzen oder stehen

- Treppe nehmen, durchaus intensiv, sprinte!

- Umweg auf der Strecke zur Kaffeemaschine

- Tischkantengespräch statt Mail (auch sozial ein Winner)


Interessant ist auch die Frage nach der Mindestdauer, bei welcher die positiven Effekte noch feststellbar wären. Die Autoren der Studie haben diese Frage ebenfalls aufgeworfen...ich halte die Augen und Ohren offen.


* guter, non-invasiver Trick für unsere Senioren, wobei auch für sie Krafttraining eigentlich noch besser wäre...ein anderes Thema:-)

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